Bund der Antifaschisten Köpenick

Arbeitersport

Bis zum Verbot der Arbeitersportvereine 1933 gab es in Berlin Zehntausende, die im bekannten Arbeitersportverein Fichte in den Sparten Wassersport, Wandern und Leichtathletik organisiert waren.

Um angesichts der drohenden Beschlagnahmung den Fichte-Sportplatz an der Eichbuschallee in Treptow nicht in die Hände der SA Fallen zu lassen, rissen Fichtesportler im Frühjahr 1933 die Einrichtung auf dem Gelände, die sie in jahrelanger Arbeit aufgebaut hatten, kurzerhand ab. Ein Großteil der ehemaligen Fichte-Mitglieder trat eher unpolitischen, bürgerlichen Vereinen bei, wie dem Sportclub Olymp 1900, dem Fußballclub Hansa 07 und dem Sportclub Hermes.

Bis Anfang 1933 war Willi Sänger Vorsitzender der Fichte-Sportgemeinschaft Berlin-Südost und gehörte danach der Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit Berlin-Brandenburg an. 1934 hatte Sänger engen Kontakt mit der Saefkow-Organisation. Im Sommer 1944 verhaftet, wurde der Sportler im Zuchthaus Brandenburg-Görden ermordet.

Nach der Zerschlagung der Arbeitersportbewegung versuchten seine Anhänger auch in Treptow in bürgerlichen Sportvereinen Fuß zu fassen und diese Basis für Kontakte und Aufklärungsarbeit zu nutzen. In einigen Sportvereinen gelang es sogar, illegale Parteigruppen zu bilden und Vereinsfunktion zu besetzten.

Beispielsweise übernahm der junge Kommunist Walter Krautz im Auftrag von Otto Nelte die Funktion eines Jugendobmanns im Deutschen Turnverein Adlershof. In seiner Funktion wurde er von einer hier bestehenden Untergruppe unterstützt. Wie nützlich seine Tarnung als Vereinsfunktionärs war, zeigte sich, als er Anfang des Zweiten Weltkrieges mit dem Obmann-Ausweis eine dringend benötigte Tiegeldruckpresse für illegale Arbeit der KPD kaufen konnte.

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