Bund der Antifaschisten Köpenick

Werner Sylten

Werner Sylten wurde am 9. August 1893 in der Schweiz geboren, er war der Älteste von fünf Geschwistern. Da die Familie aus beruflichen Gründen des Vaters mehrfach den Wohnsitz wechselte, besuchte Sylten Schulen in Berlin, in Friedeburg bei Breslau und das Gymnasium in Lohr am Main. Nachdem er zwei Jahre Theologie studiert hatte, wurde er Soldat im ersten Weltkrieg. 1920 beendete W. Sylten sein Studium und ergänzte seine Kenntnisse durch ein Studium der Nationalökonomie und der Sozialpädagogik in Berlin.

In den Jahren seit 1925 leistete er in Thüringen umfangreiche kirchliche und soziale Arbeit, insbesondere unter gefährdeten Jugendlichen. Aus dieser Zeit und Tätigkeit stammten die Beziehungen Syltens zu Pfarrer Heinrich Grüber, der u.a. ein Jugenderziehungsheim in der Mark Brandenburg leitete.

Unmittelbar nach der Errichtung der Hitler-Diktatur und dem Beginn des Kirchenkampfes trat Pfarrer Sylten dem Pfarrernotbund bei. Von den Nazis wurde er im wachsenden Maße als „Halbjude“ beschimpft und schließlich von seiner Aufgabe als Leiter eines kirchlichen Mädchenheims in Bad Köstritz entlassen. Seine Frau Hildegard, mit der er zwei Söhne Walter und Reinhard hatte, hielt diesem Druck nicht stand und beging 1935 Selbstmord. Für Thüringen erhielt Pfarrer Sylten durch die Gestapo Redeverbot. Nunmehr holte ihn Pfarrer Niemüller nach Berlin und wenig später wurde er im Büro von Pfarrer Heinrich Grüber tätig. Dieses Büro verhalf seit 1938 über eintausend „nicht-arischen Christen“ zur Auswanderung und rettete ihnen so das Leben.

Als Leiter der seelsorgerischen Abteilung im „Büro Pfarrer Grüber“ nahm er mit seinen Kindern und einer neuen Lebensgefährtin, Brunhilde Lehder, – die „Nürnberger Rassegesetze“ verboten Sylten eine neue Ehe – seinen Wohnsitz in Köpenick, in Wendenschloß. Nach der Verhaftung von Pfarrer Grüber 1940 übernahm W. Sylten die Leitung der Hilfsstelle und musste sie dann auflösen. Am 27. Februar 1941 wurde dann auch Pfarrer Sylten verhaftet. Über die Leidensstationen Polizeigefängnis Alexanderplatz und KZ-Dachau wurde er in die Anstalt Schloss Hartlein gebracht, wo er vermutlich am 26. August 1942 in der Gaskammer ermordet wurde.

Vorname: Werner
Nachname: Sylten
geboren: 9. August 1893
Beruf: Pfarrer

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