Bund der Antifaschisten Köpenick

Karl-Wilhelm Frank

Karl Frank war, wie man so landläufig sagt, ein „einfacher Arbeiter“. Wohl wissend, dass er sein Leben einsetzte, arbeitete er von 1933 bis 1942 in Berlin illegal gegen das Naziregime, um dem deutschen Volk Terror, Mord und Krieg zu ersparen.

Geboren wurde Karl Frank am 5. Dezember 1906 in Berlin. Hier in Friedrichshagen besuchte er die Volksschule. Danach erlernte er in der Tischlerwerkstatt Wilhelm Grubert in der Julius-Hart-Straße den Beruf eines Möbeltischlers. Aber selbst in der Mitte der zwanziger Jahre, den Jahren eines leichten wirtschaftlichen Aufschwungs, fand er in seinem Beruf keine Arbeit. Gelegenheitsarbeit und Arbeitslosigkeit waren die ständigen Begleiter in diesen Jahren. Aber Karl Frank beugte sich nicht, er begann sich aktiv gewerkschaftlich und politisch zu engagieren. Er wurde Mitglied des Holzarbeiterverbandes, wirkte auch in der Revolutionären Gewerkschaftsopposition mit und trat in der „Roten Hilfe“ für die Solidarität der Arbeiter ein. 1927 wurde er Mitglied der KPD.

Seine tägliche Gewerkschaftsarbeit und seine kommunistische Organisations- und Propagandaarbeit unterbrach er auch nicht, als im Januar 1933 die Nazis an die Macht kamen. Da er in Köpenick zu bekannt war, übernahm Karl Frank die Leitung der politischen Arbeit der KPD in Berlin-Mitte. Dennoch fiel er schon im Frühjahr 1933 den Nazis in die Hände. Im Juli 1933 wurde er vom Berliner Kammergericht wegen illegaler kommunistischer Betätigung zu einem Jahr, vier Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Gefängnishaft und einem Aufenthalt im KZ Lichtenburg nahm er unmittelbar nach seiner Freilassung seine illegale Arbeit wieder auf.

Über die verschiedensten Verbindungen, so über die Köpenicker Emma und Fritz Ecke, über Treffen in Friedrichshagen, im Woltersdorfer Laubengelände, fanden Flugblätter und Broschüren – nicht selten gedruckt und mit Tarntiteln versehen – den Weg in Wohnungen und Betriebe in Köpenick, in Friedrichshagen und bis Woltersdorf und Rüdersdorf.

Bei Ausbruch des Krieges 1939 erhielt Karl Frank Verbindung zur Widerstandsorganisation um Robert Uhrig. Nunmehr war er einer in der zeitweilig über 200 Mitglieder zählenden Organisation mit einem Kontaktnetzwerk in über 20 Betrieben. Von den Nazibehörden als Tischler in den Bootsbaubetrieb Friedrich Pischel in Oberschöneweide, Tabbertstraße, dienstverpflichtet, nutzte Frank diese Arbeit als Deckung für seine illegale Arbeit. So beteiligte er sich mehrfach an Treffs der Uhrig-Organisation in den Tongruben bei Königs Wusterhausen. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Hilde Guddorf arbeitete er an der Herstellung, Drucklegung und am Vertrieb des „Informationsdienstes“, der insgesamt in elf Ausgaben in tausenden Exemplaren erschien. Im März 1942 wurde Karl Frank erneut von der Gestapo verhaftet und 1942/1943 im KZ-Sachsenhausen und im Gefängnis Berlin-Plötzensee eingekerkert. Im Juni 1944 wurde er wegen seiner illegalen Tätigkeit gegen die Naziherrschaft und gegen den Krieg zum Tode verurteilt. Am 21. August 1944 wurde er in Brandenburg-Görden ermordet.

Aus dem Brief Karl Franks an Hilde Guddorf nach dem Todesurteil:

„Seit vorgestern Nachmittag bin ich hier in Brandenburg. Ich habe hier eine kleine saubere Zelle unterm Dach als Wohnung, von meinem Zellenfenster kann ich geradewegs in den Himmel schauen, mich freuen wenn er herrlich blau lacht und mit ihm trübe sein, wenn er dunkel und wolkenverhangen ist. Ja Mädel, hier bin ich nun in der letzten Etappe meines jetzigen Lebens angekommen. Ich kann es immer noch nicht glauben. Ich kann mir nicht denken, dass unsere Liebe so enden soll? ... Ich denke viel an Dich und wünsche Dir zu Deinem Geburtstag, dass endlich die Zeit des Leides und Kummers für Dich zu Ende geht und Dir alles Glück der Erde, viel Freude und Sonnenschein zuteil wird.“

Vorname: Karl-Wilhelm
Nachname: Frank
geboren: 5. Dezember 1906
Wohnort: Berlin-Friedrichshagen
Beruf: Tischler
Parteien und Organisationen in denen Karl-Wilhelm Frank aktiv war: KPD

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