Bund der Antifaschisten Köpenick

Alwin Brandes

Der 1866 geborene und gelernte Schlosser war bis 1933, bis zur Zerschlagung der freien Gewerkschaften am 2. Mai 1933 durch das Hitlerregime, Vorsitzender des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Damit gehörte er zu den Spitzenfunktionären der freien Gewerkschaften, war aber auch langjähriger Reichstagsabgeordneter der SPD, zuletzt von 1928 bis 1933.

Deshalb wurde er von Beginn an von den Nazis verfolgt. Das erste Mal wurde er an seinem Arbeitsplatz, in der Hauptverwaltung des DMV in der Alten Jakobstrasse, am 2. Mai 1933 verhaftet und bis Juli 1933 im KZ-Oranienburg isoliert.

Obwohl Brandes nach seiner Freilassung ständig von der Gestapo überwacht, mehrfach verhaftet und 1937 vor dem „Volksgerichtshof“ angeklagt wurde, ließ er sich in seinen Bestrebungen, Verbindungen zu Gewerkschaftern und sozialdemokratischen Genossen herzustellen, nicht beirren. Auf diese Weise war er in die Anstrengungen früherer leitender Gewerkschaftsfunktionäre der „Reichsleitung der Gewerkschaften“, ein Informationsnetz aufzubauen, Nachrichten auszutauschen und ihren Zusammenhalt zu sichern, eingebunden.

Als Brandes 1938 nach dem notgedrungenen Verkauf seines Einfamilienhauses nach Grünau-Karolinenhof zog, wirkte er als Hausmeister und Hausverwalter für jüdische Mitbürger.

Hier stellte er auch Verbindungen zu Wilhelm Leuschner her, der enge Verbindungen zu den bürgerlichen und militärischen Verschwörern des 20. Juli 1944 hielt und 1944 ermordet wurde. In den Plänen der Verschwörer war Brandes zusammen mit Theodor Leipart als Ehrenvorsitzender einer neuen „Deutschen Gewerkschaft“ vorgesehen. Alwin Brandes überstand die Zeit des faschistischen Terrors. Er war nach der Kommunalwahl am 20. Oktober 1946 als 1. Bezirksverordnetenvorsteher in Köpenick tätig. Er starb 1949.

Vorname: Alwin
Nachname: Brandes
geboren: 12. Juni 1866
Beruf: Schlosser
Parteien und Organisationen in denen Alwin Brandes aktiv war: SPD, DMV

Kommentare & Ergänzungen