Hoch die Faust!

aus dem „Bezirksjournal“ vom März 1998:

Ein Freund des Faust-Denkmals an schöner Köpenicker Stelle bin ich auch nicht. Mehrfach habe ich in dieser Zeitung bezeugt, daß die Erinnerung an die Köpenicker Blutwoche nicht überall, wo sie gepflegt wird, die Absicht hat, aus der Geschichte zu lernen. Heldenverehrung nützt nichts. Rituale nützen nichts. Öffentlicher Trommelschlag nützt nichts, auch gedämpfter nicht. Der rituelle Antifaschismus der DDR – da gibt es kein Vertun – war viel öfter Tagespolitik, als er vielleicht selbst wahrgenommen hat. Er hat ja auch nichts geholfen: Die DDR hatte jedenfalls aus der deutschen Nazi-Geschichte wenig gelernt.

Aber daß das alles Gründe wären, das Denkmal Walter Sutkowskis wegzuräumen – das ist ein abwegiger Gedanke. Auch daß das Denkmal künstlerisch schlecht ist, ist kein Grund, es zu entfernen. Geschichte ist Geschichte: Indem man sie abreißt, kommt keine Wahrheit zu Tage. Keine Straßenumbenennungen! Keine Denkmalstürze! Die Kriegerdenkmäler stehen doch auch das, die Mord- und Totschlagsverherrlichungen. Die Faust von Köpenick muß bleiben, die Diskussion muß anhalten.

Was heißt da „anhalten“, andauern? Sie hat ja noch gar nicht begonnen. Da müssen die Parteien des Großen Lauschangriffs die Geschichte noch ein bißchen belauschen. Aber die Ritual-Antifaschisten auch. Und diejenigen, die früher hier Kränze abgeworfen haben. Hoch die Faust, Genossen, Christen, Bürger!

von Diether Huhn

Veröffentlicht unter Platz des 23.April | Kommentare deaktiviert für Hoch die Faust!

Zeichen des Widerstands oder Rot-Front-Symbol?

aus dem „ND“ vom 24. Februar 1998:

Streit um Faust-Denkmal der „Köpenicker Blutwoche“

Als weiterhin angemessen stufte die unabhängige Denkmal-Kommission nach der Wende das Mahnmal „Köpenicker Blutwoche“ in der Bahnhof-/Ecke Lindenstraße in Köpenick ein, vor kurzem ist es dennoch in die Kritik geraten. Die einen sehen in dem Denkmal – eine Faust auf einer Säule, dahinter eine Stele mit einem Zitat von Karl Liebknecht auf der Rückseite – ein „kommunistischen Rot-Front-Symbol“, für andere stellt die Faust nicht Widerstand, sondern Gewalt dar. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Platz des 23.April | Kommentare deaktiviert für Zeichen des Widerstands oder Rot-Front-Symbol?

Ann Notowicz (Vorsitzende der IVVdN Köpenick) vor der BVV am 12. Februar 1998

Das Denkmal auf dem Köpenicker Platz des 23. April wurde errichtet zur Erinnerung an die Köpenicker Blutwoche im Juni 1933. Welch eine skandalöse Ignoranz spricht aus der so falschen und irreführenden Bezeichnung im Antrag der SPD: „ein Denkmal zur Erinnerung an die Opfer von Gewalt in der deutschen Geschichte in der Zeit von 1933 bis 1989“. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Platz des 23.April | Kommentare deaktiviert für Ann Notowicz (Vorsitzende der IVVdN Köpenick) vor der BVV am 12. Februar 1998

Bleibt die geballte Faust im Park?

aus dem „Lokalanzeiger“ vom 7. Mai 1992:

Die CDU stellte auf der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) den Antrag, das Monument auf dem Platz des 23. April so umzugestalten, daß es seine „eindeutig kommunistische Symbolik“ verliert. Der Kulturausschuss der BVV dagegen möchte nicht übereilen: Die Mitglieder sind für eine weitere Begrünung des Parkes auf dem Platz. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Platz des 23.April | Kommentare deaktiviert für Bleibt die geballte Faust im Park?

Bestrebungen zur Veränderung des Denkmals und des Platzes

1991 gab es einen Antrag der CDU-Fraktion der BVV zur Umgestaltung des Denkmals

„…daß es eine allseitige Würdigung der Opfer von Faschismus, Krieg und Stalinismus und damit seine eindeutig kommunistische Symbolik verliert.“

In der Diskussion der BVV äußerte sich u.a. der Bezirksverordnete und Bildhauer Blümel, SPD: Weiterlesen

Veröffentlicht unter Platz des 23.April | Kommentare deaktiviert für Bestrebungen zur Veränderung des Denkmals und des Platzes

Bericht über einen Besuch Junger Historiker der Johann- und Anton-Schmaus-Oberschule Kiekebuschstraße beim Bildhauer Sutkowski

Nach einer Steinmetzlehre begann W. Sutkowski ein Bildhauerstudium in Berlin. Er wurde Meisterschüler bei Professer Wackerle. In den zur damaligen Zeit berühmten Ateliers in der Prinz-Albrecht-Strasse 8 hatte auch Walter Sutkowski sein eigenes Atelier.

Mit der Machtübernahme durch Hitler wurden diese Ateliers geschlossen und zur Folterhölle der Faschisten umfunktioniert. Hier, wo Kunstwerke entstanden, ertönten fortan die Schreie der Gefolterten. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Platz des 23.April | Kommentare deaktiviert für Bericht über einen Besuch Junger Historiker der Johann- und Anton-Schmaus-Oberschule Kiekebuschstraße beim Bildhauer Sutkowski