Petitionsübergabe zur Rettung der Gedenkstätte für die Opfer der Köpenicker Blutwoche vor dem Rathaus Treptow

Ankündigung zur Übergabe der Petition „Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche erhalten und Ausbau bis 2033 fördern“ in der BVV + Kundgebung

am 02.07.2026 um 16:00 – 17:00 Uhr
vor dem Rathaus Treptow, Neue Krugallee 2-6, 12435 Berlin

„Gedenkstätte für die Opfer der Köpenicker Blutwoche ausbauen – Antifaschistische Bildungsarbeit stärken.“

Die „Köpenicker Blutwoche“ vom 21. bis 26. Juni 1933 stellt einen frühen und brutalen Wendepunkt im Übergang von einer Demokratie zu einer Diktatur dar. Innerhalb weniger Tage wurden hunderte Menschen entführt, politische Gegner:innen aus KPD und SPD, Jüd:innen und Gewerkschafter:innen, gefoltert; mindestens 23 von ihnen mussten ihr Leben lassen. Sie wurden erschossen, zu Tode geprügelt, in die Dahme geworfen oder starben an den Folgen ihrer Verletzungen.

Seit 1987 erinnert die Gedenkstätte im ehemaligen Amtsgefängnis an die NS-Verbrechen und ab 2013 wurde eine neue Dauerausstellung vor Ort eröffnet. Obwohl seit Jahren Einigkeit über die historische Bedeutung besteht und 2018 ein umfassendes Konzept zur Erweiterung zu einem modernen Erinnerungs- und Bildungsort entwickelt wurde, scheiterte die Umsetzung bislang an politischen und verwaltungstechnischen Versäumnissen.

Besonders die Verlängerung eines Mietvertrags für große Teile des Gebäudes bis 2033 durch die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) an KuKuK e.V. verhinderte die geplante Erweiterung durch einen Mietvertrag mit diesem Verein. Dadurch wurden die Ausbaupläne um viele Jahre bis 2033 verzögert, die Fachleute zogen sich aus dem Kuratorium der Gedenkstätte zurück, und die Zukunft der Gedenkstätte ist heute ungewiss.

Um den Fortbestand der antifaschistischen Bildungsarbeit zu sichern wurde eine Petition ins Leben gerufen, die wir am 02. Juli 2026 um 17:00 Uhr an die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) übergeben wollen. Bisher haben 18.228 Menschen unsere Petition unterschrieben, darunter viele renommierte Wissenschaftler:innen. Um die Petition zu übergeben, treffen wir uns am 02. Juli 2026 um 16:00 Uhr vor dem Rathaus Treptow und werden die Petition und Unterschriften übergeben. Gemeinsam wollen wir die Gedenkstätte für die Opfer der Köpenicker Blutwoche ausbauen und antifaschistische Bildungsarbeit stärken!

Die Forderungen lauten:

  • Lückenlose Aufklärung über die Entscheidungswege und Verantwortlichkeiten innerhalb der BIM im Zusammenhang mit der Mietvertragsverlängerung – einschließlich der Missachtung des BVV-Beschlusses und der Landesinteressen.
  • Politische Korrektur dieser Fehlentscheidung durch die Ermöglichung einer vorzeitigen Bereitstellung der Liegenschaft für die Gedenkstätte.
  • Bereitstellung eines adäquaten Ersatzstandorts für den Verein KuKuK e.V., um eine sozialverträgliche Lösung ohne Kulturverlust zu ermöglichen.
  • Sofortiger Beginn der Planungs- und Finanzierungsmaßnahmen, um den Ausbau der Gedenkstätte spätestens bis 2033 voranzutreiben.
  • Einbindung unabhängiger Expert:innen für Gedenkstättenarbeit, historisch-politische Bildung und Erinnerungsarchitektur zur Sicherstellung eines qualitativ hochwertigen und zukunftsfähigen Konzepts.

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