80 Jahre nach der Köpenicker Blutwoche – alle Kraft gegen Rechts!

Das Ziel der VVN vor 65 Jahren:  „Die breitesten Bevölkerungsschichten, insbesondere die Jugend über die faschistischen Verbrechen zu unterrichten“ ist immer noch aktuell.

2013 jährt sich die Machtübernahme der Nazis zum 80. Mal. Gleich zu Beginn ging die SA auch in Köpenick gegen politische Gegner vor.

Bei der „März-Aktion wurden die Bezirksverordnete Maria Jankowski, der stellvertretende Bürgermeister und weitere Nazi-Gegner brutal misshandelt.

Den Höhepunkt erreichte der Terror ab 21. Juni. Während der Köpenicker Blutwoche wurden Antifaschisten verschiedener politischer Orientierung von SA-Leuten in ihre Schlägerlokale verschleppt, geschlagen und gedemütigt in bisher nicht gekannter Weise. Über zwanzig wurden ermordet.

Zu ihnen gehören der Reichstagsabgeordnete der SPD und Vorsitzende des „Reichsbanner“, Johannes Stelling, die Sozialdemokraten Richard Aßmann, Paul von Essen, Paul Pohle, die Kommunisten Karl Pokern, Franz Wilczoch, Josef und Paul Spitzer und der jüdische Fabrikant Dr. Georg

Eppenstein. Der KPD-Bezirksverordnete Götz Kilian verstarb 1940 nach jahrelangem Siechtum. Die Familie Schmaus wurde faktisch zerstört.

Illegal und unter Lebensgefahr brachten Antifaschisten die Wahrheit darüber an die Öffentlichkeit, z.B. mit der Tarnschrift „Luftschutz ist Selbstschutz“. Der Zentrumspolitiker Dr. Krone protestierte beim Innenministerium, Pfarrer Ratsch beim Nazi-Bürgermeister. Die Mehrheit der Köpenicker aber war geschockt, verängstigt oder gleichgültig.

Die SA-Schläger blieben durch entsprechende Nazi-Gesetze zwölf Jahre unbehelligt. Erst in Prozessen 1947, 1948 und 1950 wurden diese NS-Verbrecher ihrer gerechten Strafe zugeführt.

Wir meinen, der 80. Jahrestag der Köpenicker Blutwoche und anderer Nazi-Verbrechen sollte Anlass sein, anhand der historischen Ereignisse die Auseinandersetzung mit rechtsextremem Denken und Handeln heute noch stärker zu führen mit Schülerinnen und Schülern, Jugendlichen und allen Bürgerinnen und Bürgern, um sie gegen den Einfluss rechter Demagogie zu wappnen.

Seit 13 Jahren befindet sich in der Seelenbinderstraße – unweit der Gedenkstätte – die Bundeszentrale der NPD. Sie konnte Mandate in der BVV erringen. Besonders in Oberschöneweide haben sich die Nazis festgesetzt. Rechte Provokationen und Aufmärsche nehmen zu aber auch der Widerstand dagegen.

Wir fordern das Verbot dieser verfassungsfeindlichen, neofaschistischen Partei!

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