Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten Köpenick

Parteien und Organisationen

Arbeitersport Bis zum Verbot der Arbeitersportvereine 1933 gab es in Berlin Zehntausende, die im bekannten Arbeitersportverein Fichte in den Sparten Wassersport, Wandern und Leichtathletik organisiert waren. ...

Bund der Freunde der Sowjetunion Der Bund der Freunde der Sowjetunion wurde 1928 in Köpenick gegründet und versuchte über Vorträge, Ausstellungen und Reisen in die Sowjetunion ein angeblich unverfälschhtes Bild über dortigen Aufbau zu vermitteln. Obwohl viele der mehr als hundert Mitglieder im Südosten Berlins parteilos waren, war die Arbeit des Bundes maßgeblich von der KPD geprägt. Den Vorsitz in Köpenick hatte Georg Kronberg. Nach der „Machtergreifung“ blieb nur noch ein kleiner Kreis von Aktivisten zusammen.

Freie Arbeiter-Union Deutschlands Die 1897 gegründete „Freie Arbeiter‐Union Deutschlands“ (FAUD) strebte den Sturz des Kapitalismus und die radikale Beseitigung jeglicher Staatsmacht an. Ihr Ideal war eine geschlossene, freiheitlich‐kooperative und föderalistische Gesellschaft. Die FAUD gehörte der anarcho‐syndiklistischen Bewegung an, die über die „Internationale‐Arbeiter‐Assoziation“ (IAA) – mit dem Sitz in Barcelona – die Verbindung zwischen den Gruppen verschiedener Staaten aufrecht. Die Syndikalisten waren gewerkschaftlich (französisch: „syndicat“) orientiert. Sie verfolgten ihr Ziel durch „direkte wirtschaftliche Aktionen“, die im „Sozialen Generalstreik“ gipfeln und „zur Befreiung vom Joche der Lohnsklaverei“ und zur Beseitigung des „Klassenstaates“ führen sollte. Die FAUD hatte dabei einen radikalen pazifistischen Ansatz, was sich nicht zuletzt in ihrem Symbol eines zerbrochenen Gewehres zeigte.

Gewerkschaft

Internationale Arbeiterhilfe

Kommunistische Partei Deutschlands Nach der ersten Terrorwelle im Zuge der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ im Frühjahr 1933 reorganisierte die KPD, die von der politischen Entwicklung weitgehend überrollt worden war, ihren Apparat in der Illegalität. Die Untergrundarbeit bestand in der Bewahrung des organisatorischen Zusammenhaltes, der Verbreitung von illegaler Literatur, der Kassierung von Mitgliedsbeiträgen für die KPD und die Rote Hilfe sowie weiterer Sammlungen von Geldspenden, die vor allem für bedürftige Mitglieder und politische Gefangene und ihre Angehörigen gedacht waren. Die KPD war in den ersten Jahren des Nationalsozialismus in der Lage, kontinuierliche Aktivitäten von beeindruckendem Umfang in Berlin zu organisieren. ...

Kommunistischer Jugendverband Deutschlands Vor 1933 war der Kommunistische Jugendverband in Köpenick zwar nicht groß, trotzdem aber sehr aktiv. Mehrmals wurden Gruppen des KJVD zum Schutze der Reichsparteischule „Rosa Luxemburg“ der KPD in Fichtenau eingesetzt, um Übergriffe der SA auf die Schule zu verhindern. ...

Neu Beginnen

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

Rote Hilfe

Roter Frontkämpferbund Nach der Formierung erster Organisationseinheiten des RFB im Juli/August 1924 und der Bildung einer provisorischen Bundesleitung wurde am 1. Februar 1925 in Berlin die erste Reichskonferenz des RFB durchgeführt. Nach einer Rede von Ernst Schneller über die politische Lage und die Aufgabe des Bundes wurde die ordentliche Bundesleitung gewählt, Ernst Thälmann, Vorsitzender der KPD, wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. ...

Sozialdemokratische Partei Deutschlands Die Sozialdemokraten hatten 1931 in Köpenick lediglich 2700 Anhänger, halb soviel wie im Nachbarbezirk Treptow. Köpenick hatte drei größere Abteilungen in Köpenick (Stadt) mit über 1400 Mitgliedern, Friedrichshagen kam auf 560, Bohnsdorf auf über 450. Dagegen fielen auf Grünau mit 148, Rahnsdorf mit 58 und Schmöckwitz mit 21 Genossen als Organisationsgliederungen kaum ins Gewicht. Von besonderer Bedeutung für die SPD in Köpenick war natürlich die moderne Gewerkschaftssiedlung in der Mittelheide, wo viele prominente Parteimitglieder wohnten und die deshalb von den Gegnern der SPD abfällig „Bonzensiedlung“ genannt wurde. Gerade hier konzentrierte sich nach der „Machtergreifung“ das aggressive Toben der SA, das schließlich im Juni 1933 mit der Köpenicker Blutwoche seinen schaurigen Höhepunkt fand.

Sozialistische Arbeiterjugend

Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands Die SAP wurde am 2. Oktober 1931 in Breslau (Wrocław) gegründet. Auf einer 1. Reichskonferenz am 4. Oktober 1931 in Berlin, getragen von 88 Delegierten aus 25 oppositionellen SPD‐Bezirken (von 33 Bezirken insgesamt), grenzten sich die Delegierten von der offiziellen SPD‐Politik ab. Die Mitglieder suchten nach einem Weg des Kampfes gegen Reaktion und Faschismus. Da sie glaubten diesen Weg auf einer Art Mittelweg zwischen SPD und KPD zu finden, erschwerten sie objektiv die Herstellung der Aktionseinheit der Arbeiterklasse. Sie SAP, geführt von Kurt Rosenfeld, Max Seydewitz und Heinrich Ströbel, blieb eine Splitterpartei. Nicht wenige der Mitglieder nahmen aktiv am antifaschistischen Widerstandskampf teil.