Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten Köpenick

Verfolgte und Widerstandskämpfer: E

Fritz Ebendt Er wurde wegen seiner antifaschistischen Tätigkeit im KZ‐Moorlager Emsland eingekerkert.

Max Eberle Er wurde wegen seiner antifaschistischen Tätigkeit im Zuchthaus Brandenburg und im KZ‐Sonnenburg eingekerkert.

Bruno Eckardt Er leistete 1933/34 illegale antifaschistische Arbeit. Ein Schwerpunkt bildete der Vertrieb illegaler Literatur, so der Betriebszeitung „Der Industrieangestellte“, aber auch der „Roten Fahne“ und der Tarnschrift über die Köpenicker Blutwoche „Luftschutz tut not“. 1935 wurde er vom Berliner Kammergericht zu einem Jahr, sechs Monaten Gefängnis (Berlin‐Tegel) verurteilt.

Heinz Eckardt Als Mitglied des ASV „Fichte“, Wandersparte, setzte er 1933/34 die illegale antifaschistische Arbeit fort, insbesondere verbreitete er illegale Literatur. 1935 wurde er zu zwei Jahren, sechs Monaten Zuchthaus verurteilt.

Herta Eckardt Sie leistete gemeinsam mit ehemaligen Arbeitersportlern von 1933 bis 1939 illegale antifaschistische Arbeit. Auch erste Verhaftungen in der Gruppe, 1934 von Heinz und Bruno Eckardt und Werner Schmukalla, konnten sie nicht von der weiteren illegalen Tätigkeit abhalten.

Emma Ecke Über die Verbindung zu Karl Frank war sie in der Uhrig‐Organisation tätig. Insbesondere verbreitete sie illegale antifaschistische Literatur in Woltersdorf, Rüdersdorf, Friedrichshagen und Köpenick.

Fritz Ecke Beginnend mit der Flugblattaktion am 30. Januar 1933 vor dem Friedrichshagener Wasserwerk, trotz Misshandlungen während der Köpenicker Blutwoche, setzte er 1933/34 die illegale antifaschistische Arbeit fort. Auch eine dreijährige Zuchthausstrafe (1934–1937) hinderte ihn nicht daran, sich nach seiner Freilassung in die Widerstandsorganisation um Robert Uhrig einzugliedern. 1945 verhinderte er gemeinsam mit anderen Antifaschisten die Sprengung der Woltersdorfer Schleuse.

Wilhelm Eckstein Er erwies 1933, aber auch nach dem Pogrom 1938, jüdischen Bürgern seine aktive Solidarität. Wegen seiner Haltung wurde er von der „Westfälisch‐Anhaltinischen Sprengstoff AG“ entlassen. Er starb 1943 im Alter von 53 Jahren.

Erich Egerhand Der Jungkommunist aus dem KWO fiel 1933 der SA in die Hände, wurde schwer verletzt, setzte aber seine illegale Arbeit fort. 1934 emigrierte er nach Prag. Von hier aus wirkte er bis 1938 als Kurier nach Berlin. 1939 in Prag verhaftet, wurde er zu zwei Jahren, drei Monaten Zuchthaus verurteilt und anschließend im KZ‐Sachsenhausen eingekerkert. Anfang 1945 wurde er hier von der SS ermordet, „Wegen Zersetzung der Wachmannschaften“ so das ungewollte Zeugnis für den Widerstand bis zum letzten Atemzug.

Karl Ehrke Er wurde während der Köpenicker Blutwoche, Juni 1933, im SA‐Heim „Müggelseedamm“ festgehalten und schwer misshandelt.

Heinrich Ehrlich Er war 1933 als stellvertretender Bürgermeister tätig. Im März 1933 wurde er von der SA „festgenommen“ und im Sturmlokal Demuth schwer misshandelt. Kurze Zeit danach wurde er vom Nazi‐Bürgermeister aus dem Amt gejagt.

Clara Ehrmann Sie wurde am 3. Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert und ist dort im April 1943 umgekommen.

Bruno Eichler Er wurde während der Köpenicker Blutwoche, Juni 1933, im SA‐Sturmlokal Seidler festgehalten und schwer mißhandelt.

Karl Eichler Er wurde wegen seiner antifaschistischen Tätigkeit im Zuchthaus Bautzen und im KZ‐Sachsenburg eingekerkert.

Else Einhorn Sie wurde am 15. August 1942 nach Riga deportiert und ist dort verschollen.

Hermann Einhorn Er wurde am 15. August 1942 nach Riga deportiert und ist verschollen.

Ella Eisenschneider Sie lebte und arbeitete in der politischen Emigration in der UdSSR.

Else Eisenstaedt Sie wurde am 26. Juni 1942 in Richtung Osten deportiert und ist dort verschollen.

Erna Eisenstaedt Sie wurde am 20. August 1942 nach Theresienstadt deportiert und ist dort am 15. November 1942 umgekommen.

Hans Eisenstaedt Er praktizierte als Arzt in der Edisonstr. 30. Unter dem Druck der faschistischen Rassengesetze emigrierte er 1942 nach Palästina, Haifa.

Hedwig Eisenstaedt Sie wurde am 20. August 1942 nach Theresienstadt deportiert und ist dort am 9. September 1942 umgekommen.

Selma Eisenstaedt Sie wurde am 20. August 1942 nach Theresienstadt deportiert und ist dort am 5. September 1942 umgekommen.

Pauline Elias Sie wurde am 17. März 1943 nach Theresienstadt, später nach Auschwitz deportiert. Dort ist sie verschollen.

Willi Emmerich Er wurde wegen seiner antifaschistischen Tätigkeit im Zuchthaus Luckau eingekerkert.

Fritz Emrich Als Betriebsrat, Mitglied des Reichskomitees der RGO und Abgeordneter des Deutschen Reichstages wurde er von den Nazis gejagt und unmittelbar nach der faschistischen Reichstagsbrandprovokation im Februar 1933 verhaftet. Bis 1936 war er im KZ‐Sonnenburg und im Moorlager Esterwegen eingekerkert. Sofort nach seiner Freilassung nahm er unter dem Deckmantel seiner Arbeitsstelle „Chemische Wäscherei Elli Klose“ die illegale Arbeit gegen das Hitlerregime in Berlin auf. Seit Ende 1942 arbeitete er eng mit Anton Saefkow und Franz Jacob im „Dreierkopf“ zusammen. Er hielt insbesondere Verbindungen zu den Betrieben Siemens, Ehrich und Graetz, Ullstein und AEG‐Wildau. Er setzte trotz der großen Verhaftungsaktion 1944 seine Arbeit im Untergrund bis zur Befreiung Berlins 1945 durch die Rote Armee fort.

Kurt Ende 1933 setzte er als Kurier und mit der Verteilung von Flugblättern seine antifaschistische Tätigkeit fort. Ende 1933 erfolgte die erste Haft. Nach seiner Freilassung setzte er den Kampf bis 1940 fort. Hier erfolgte erneute Verhaftung und die Verurteilung zu vier Jahren Zuchthaus. Danach wurde er im KZ eingekerkert.

Herta Engelberg Wegen ihrer antifaschistischen Tätigkeit wurde sie im Frauengefängnis Berlin‐Barnimstr. eingekerkert. Nach ihrer Freilassung emigrierte sie und leistete antifaschistische Arbeit in der Schweiz und in der Türkei.

Otto Engler Als Vorsitzender des „Einheitsverbandes für das Baugewerbe“ RGO in Köpenick organisierte er illegale Gruppen zum Widerstand gegen das Naziregime. Im Herbst 1933 wurde er von der SA „festgenommen“ und schwer misshandelt. Die RGO‐Organisation löste sich im Mai 1934 auf.

Georg Eppenstein Seine jüdische Herkunft und der Verdacht, die in‐ und ausländische Presse über die Beteiligung der Köpenicker SA an der Reichstagsbrandprovokation informiert zu haben, führten zur „Haft“ in der Köpenicker Blutwoche. Im Amtsgerichtsgefängnis wurde er von der SA derart mißhandelt, dass er am 3. August 1933 in der Charité verstarb.

Martha Eppenstein Sie intervenierte wegen der Verhaftung ihres Ehemannes beim SA‐Sturmbannführer Gehrke und erzwang die Freilassung ihres bereits vom Tode gezeichneten Mannes und dessen Überführung an die Charité.

Reinhold Escherich Er wurde wegen seiner antifaschistischen Tätigkeit während der Köpenicker Blutwoche, Juni 1933, vom Rahnsdorfer SA‐Sturm im Lokal Schäke (auch „Zum alten Nazi“) Seestr. 1 festgehalten und schwer misshandelt, u.a. wurde ihm ein Auge ausgestochen.

Leonard Esser Er wurde von der SA sowohl im März als auch im Juni 1933 festgehalten und schwer misshandelt. Beim Transport in das SA‐Sturmlokal Demuth während der Köpenicker Blutwoche, Juni 1933, waren noch zwei weitere jüdische Bürger im Wagen. Für sie lautete der Befehl „kurzen Prozess zu machen“. Über den Verbleib dieser Bürger wurde nie wieder etwas bekannt.