Gründungsmitglied Rosemarie Hirsch-Schuder gestorben

Wir trauern um unser Gründungsmitglied Rosemarie Hirsch-Schuder
1928 – 2018

Hier beim Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung Köpenicks mit dem Gründungsmitglied Georg Grasnick

Am 5. Mai diesen Jahres hat uns Rosemarie Schuder verlassen. Christlich – sozialistische Werte waren Grundlage ihres Schaffens. In fast 30 Büchern hat sie sich gegen Rassismus und Antisemitismus eingesetzt. Dazu gehören vor allem die gemeinsam mit ihrem Mann Rudolf Hirsch entstandenen Werke „Der gelbe Fleck, Wurzeln und Wirkungen des Judenhasses in der deutschen Geschichte“ sowie die Biographie über den Auschwitz-Überlebenden Kurt Julius Goldstein „Judenkönig Nr.58866“. In historischen Romanen brachte sie uns Humanisten und Demokraten vergangener Jahrhunderte und deren Vermächtnisse nahe. Die DDR hat sie dreimal mit dem Nationalpreis und zweimal mit dem Vaterländischen Verdienstorden ausgezeichnet. Ferner wurde ihr Werk mit dem Heinrich-Mann-Preis, dem Feuchtwanger-Preis und dem Goethe-Preis gewürdigt. Die Stadt Guben hat sie 2014 in das „Goldene Buch“ eingetragen.
Rudolf Hirsch, der als Jude und Kommunist verfolgt und außer Landes getrieben wurde, hinterließ auch Berichte aus dem Gerichtssaal vom Prozess 1950 „Die Blutwoche von Köpenick“ , die wir mit ihr bereits in 5. Auflage herausgebracht haben.

Dazu meinte sie selbst: „… ich darf nicht aufhören, denen, vor deren Augen es nicht geschah, zu erklären, dass 12 nicht gleich 40 ist. Die 12 Jahre der Naziherrschaft, in denen der Mord an Juden, Sinti und Roma und an den Slawen geplant und industriell vollzogen wurde, entziehen sich jedem Vergleich. Ich wehre mich gegen jede absichtsvolle und absichtslose Verwischung durch eine betroffene Rückschau auf die jüngsten 40 Jahre mit diesen tragischen Deformationen, die unter dem Gebrauch der Begriffe Kommunismus und Sozialismus um sich griffen.“
Eigentlich wollten wir Rosemarie fragen, ob sie bei der Gedenkkundgebung zum 85. Jahrestag der Köpenicker Blutwoche am 21. Juni wieder etwas aus den Prozessberichten lesen möchte – nun ist sie für immer eingeschlafen. Die beste Erinnerung an sie ist, immer mal wieder in ihren vielen Büchern zu lesen, so werden wir sie nicht vergessen.

VVN-BdA Köpenick e.V.
Der Vorstand

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