72. Jahrestag der Befreiung Köpenicks

  • 23. April um 11 Uhr Platz des 23. April
  • Am Montag, 8. Mai 2017  um 18 Uhr Gedenken an der „Mutter Heimat“ im sowjetischen Ehrenmal Treptow 
  • Am Dienstag, 9. Mai Fest des Sieges nahe dem Ehrenmal  Treptow       

Am 23. April 1945 befreiten Einheiten der 8. Gardearmee und der 1. Gardepanzerarmee W.I.Tschuikows Köpenick von den faschistischen Mordbrennern. Wir danken den Rotarmistinnen und Rotarmisten!
Ein Stein an der Lindenstraße Ecke Bahnhofstraße erinnert an die Befreiungstat. Dort wollen wir Blumen niederlegen.
Wir danken auch den Köpenickerinnen und Köpenickern, die den allgemeinen Wunsch verwirklichen halfen:
Lieber trocken Brot essen, aber der verfluchte Krieg soll zu Ende sein.
Wie .B. Uhlenhorster Frauen, Herr Henkner, Herr Kirchner und Herr Zoelisch, der Arzt Dr. Stössel, eine Friedrichshagener Krankenschwester, die Grubitzens schwenkten weiße Fahnen und zerschnitten Sprengschnüre. Die Frau des Pfarrers der evangelisch-reformierten Schloßkirche verhinderte die Aufstellung einer Volkssturm-Kanone, mit der die Köpenicker Altstadt zerschossen worden wäre. Eine Tafel an der Südostseite der Dammbrücke erinnert daran.
Trotzdem musste in Köpenick zum Kriegsende für 30000 Ausgebombte und Flüchtlinge Wohnraum geschaffen werden. Aus russischem Mehl wurde das erste Friedensbrot gebacken.
Wir danken all jenen, die sich für den Neuaufbau engagierten, z.B. die vor 1933 demokratisch gewählten und von den Nazis verfolgten Abgeordneten Gustav
Kleine (KPD) und Max Tolksdorf (SPD) sowie die Sozialdemokraten Maria Jankowski und Erwin Mante, von der SAP Otto Linke, die Kommunisten Ernst Oschmann, Heinz Hentschke und der Zentrumspolitiker Dr. Heinrich Krone, der Arbeitersportler Erich Lerche und andere.
Die meisten Köpenicker hatten wie die Mehrheit im „Dritten Reich“ mitgemacht oder sich angepasst und fühlten sich betrogen um ihr Ideale. Viele trauerten um Angehörige und verlorenes Hab und Gut. So empfanden sie das Kriegsende als Zusammenbruch.
In Erinnerung ist aber auch die sofortige Hilfe der sowjetischen Besatzungsmacht bei der Normalisierung des Lebens, ihre Kinderfreundlichkeit, das Drängen auf schnellen Schulbeginn und das kulturelle Leben sowie die konsequente Verfolgung faschistischer Verbrechen. Viele können aber auch nicht die Willkürakte in der ersten Zeit vergessen.
Erst ein langer Prozess des Nach – und Umdenkens brachte die Erkenntnis: Im Frühjahr 1945 wurden wir von einem verbrecherischen System befreit, das wir zwölf Jahre geduldet oder gar unterstützt hatten.
Niemand hätte in den folgenden Jahren geglaubt, dass sich 55 Jahre später Neonazis ansiedeln nahe der Gedenkstätte für die Opfer der Köpenicker Blutwoche, der Erinnerung an Seelenbinder, Mandrella und an die Zernicks. Heute hält das Bundesverfassungsgericht den Einfluss der NPD zu geringfügig für ein Verbot. Nun tritt die AfD mit ziemlich großem Zuspruch in den Vordergrund. Wachsamkeit und politische Auseinandersetzung sind gefragt!
Vor 20 Jahren hat der Neonazi Diesner unseren Mitbürger Klaus Baltruschat schwer verletzt und den Polizisten Grage getötet. Klaus Baltruschat dazu:
„…dass nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint“ hieß es in der Nationalhymne der DDR. Diese verpflichtende Mahnung in Erinnerung an die Toten des von den Nazis verschuldeten 2. Weltkrieges kamen mir in den Sinn, als ich der Mutter des von dem Neonazi ermordeten Stefan Grage gegenüber stand. „…Dass nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint!“

Deshalb keine Stimme den Rechten!
Schließen wir uns seinem Aufruf an, wenn wir im September zur Bundestagswahl gehen!
Aber zuerst am 23. April 2017 um 11Uhr auf den Platz des 23. April !

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